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Freude - Wertschätzung - Ehrlichkeit

Vom Geben und Nehmen - und wie es die kollektive Kraft unseres Menschseins zum tragen bringt.

In allen Kulturen und Religionen unserer Welt wird das Geben schon seit jeher gepflegt und genießt einen hohen Stellenwert in den zwischenmenschlichen Beziehungen. Speziell in buddhistisch geprägten Völkergemeinschaften wird es sogar als oberstes Gut der sozialen Gemeinschaft angesehen. Auch in unserer westlichen Kultur haben wir im Jahresablauf immer wieder besondere Tage vorgesehen, die uns Gelegenheit bieten, zu geben - seien es nun Geburtstage, Hochzeitstage, Mutter- oder Vatertage oder die Weihnachtszeit, um nur einige zu nennen. So werden wir in unserer Gesellschaft immer wieder daran erinnert, das Geben zu üben.

Was aber macht das Geben so wichtig, dass wir es durch traditionelle Erinnerungen, die wir uns selbst gesetzt haben, zu einem festen Bestandteil unseres Lebens haben werden lassen? Wieso wird Geben als hohe Tugend gewürdigt, wieso konnte es sich so stark in der menschlichen Kultur verankern?

Dahinter steckt im Kern die grundlegende Lebensphilosophie unserer menschlichen Gemeinschaft: das Leben und Leben lassen, das Geben und Nehmen und die Unterstützung der Menschen, die vom Universum in diesem Leben nicht so reich beschenkt wurden. Für unser soziales Zusammenleben sind der energetische Austausch, der beim Akt des Gebens zwischen der gebenden und der annehmenden Person entsteht, und die Erfahrungen, die beide dabei machen, von großem Wert.

Auf Geberseite ruft Geben in Erinnerung, dass wir nicht unbedingt in der heilen Welt leben, die wir gerne hätten. Es kann immer anders sein und anders kommen. Dankbarkeit für das Privileg, in einer Position zu sein, etwas geben zu können, wird ins Bewusstsein gerufen. Auf Nehmerseite zeigt es der annehmenden Person, dass sie trotz ihrer Hilfsbedürftigkeit ein würdiges Mitglied der menschlichen Gemeinschaft ist und von dieser getragen wird. Dankbarkeit für das Privileg, ein Teil einer solchen Gemeinschaft sein zu können, wird ins Bewusstsein gerufen.

Dankbarkeit verbindet uns auf einer tiefen menschlichen Ebene und manifestiert sich durch verschiedene individuelle Gründe. Sie zeigt uns, dass wir als Menschheit im gleichen Boot sitzen. Dankbarkeit lässt Freude in uns aufsteigen und gibt uns den Ansporn, aus unserem Leben das Beste zu machen, was unter den gegebenen Umständen möglich ist. So setzt Geben Energien frei, die unser Leben bereichern und unsere Gemeinschaft fördern. Auch große und kleine Geschenke und Gaben, die zu besonderen Anlässen oder auch spontan gemacht werden, können tiefes Wohlbefinden und inneres Glück bei den Gebenden und Nehmenden bewirken - vorausgesetzt das Geben und Nehmen erfolgt mit der "richtigen" mentalen Einstellung.

Dazu muss man wissen, dass es dabei drei wichtige energetische Abläufe auf Geber- und Nehmerseite gibt, die, wenn man sie zusammen berücksichtigt, die energetische Wirkung des Gebens und Nehmens zur vollen Blüte treiben können. Betrachten wir nun diese fundamentalen energetischen Abläufe genauer und lösen uns von den landläufigen Gründen des Gebens, also zum Beispiel davon, dass man gibt, weil es eben so Sitte ist oder weil es die anderen auch tun. Veranschaulichen wir uns zudem, dass alles, was wir tun, mit uns zu tun hat und dass dementsprechende unterstützende Energien, die wir bei uns erzeugen, als erstes einen Einfluss auf uns selbst haben, bevor sie andere berühren.


Die Unterstützenden energetischen Abläufe beim Geben

Die Freude
Die Spontanität, von Herzen zu geben, und die Freude darüber, was wir geben möchten, zusammen mit den Vorbereitungen zum Akt des Gebens setzen bei uns tragende geistige Energien frei, die uns beflügeln. Wir fühlen uns gut mit uns selbst. Das mentale Loslassen nach dem Geben spielt dabei eine wichtige Rolle, denn so machen wir uns keine Sorgen, ob das Gegebene auch wirklich nach unseren Vorstellungen benutzt wird. Wir bleiben dadurch frei von Enttäuschungen. Die annehmende Person hat von da an die Verantwortung für die Gabe. Die in uns aufgestiegene Energie der Freude kann so ungetrübt wirken, und gleichzeitig vermeiden wir, dass ein Anlass der Freude zum möglichen Anlass von Ärger wird.

Die Wertschätzung
Bevor wir geben, ist es sinnvoll, einen Moment darüber nachzusinnen, wen oder was wir mit unserer Gabe würdigen möchten. Dabei kommt es auf die ganz persönliche Wertschätzung an. Die typischen Vergleiche, die wir oft zu anderen und ihren Gaben anstellen, oder sogar Zwänge, dass wir geben, weil es eben alle so machen oder weil es Tradition und Sitte geworden ist, sind hier überflüssig und hinderlich. Wir orientieren uns besser mit unserer eigenen Wahrnehmung an dem, was ist, und die damit verbundene Bedeutung für uns selbst. Da die Wertschätzung bei uns entsteht, bereichern wir uns als erstes selbst und erfahren damit Wertschätzung für uns und für die anderen. Wir realisieren ein gesundes Selbstwertgefühl und erfahren innere Zufriedenheit und Ausgeglichenheit.

Die Ehrlichkeit
Die Energie der Ehrlichkeit zu uns selbst ist eine der stärksten Energien im Universum. Wenn sie in uns zum Tragen kommt, wird sie uns in allen Lebenssituationen hilfreich zur Seite stehen und weitertragen. Daher ist es sinnvoll, vor dem Geben ehrlich zu kontemplieren, was nach den Umständen der persönlichen Lebenslage und den eigenen materiellen Möglichkeiten gegeben werden kann. Dabei lassen wir Angstvorstellungen über die Zukunft und Überlegungen, dass wir vielleicht selbst einmal nicht genug haben könnten, wir vielleicht dieses oder jenes auch noch brauchen würden sowie übertriebenes Sicherheitsdenken los. Es geht um die Ehrlichkeit zu uns selbst, die eigene Wertschätzung bestmöglich durch unser Geben auszudrücken. Dabei kommt es nicht auf den materiellen Wert an, sondern einzig und allein auf die Ehrlichkeit des Möglichen.


Die Unterstützenden energetischen Abläufe beim Nehmen

Die Freude
Auch das Annehmen darf Freude bereiten und von Herzen stattfinden. Im Vordergrund steht die Freude der Nehmenden über die guten Intensionen und Taten auf der Geberseite. Wir können die Freude ungetrübt genießen, indem wir auf sämtliche Beurteilungen verzichten. Gedanken, ob das Gegebene auch unserem Geschmack entspricht und ob es für uns nutzbar ist, lassen wir deshalb los. Wir befreien uns auch von der Vorstellung, dass wir durch das Annehmen in Schuld stehen und etwas zurückgeben müssen. Vielmehr verstehen wir den Anlass als Erinnerung daran, uns selbst im Geben zu üben, um damit uns selbst und andere mit neuer Freude zu bereichern. Dadurch erhalten wir uns selbst die tragende Kraft dieser Energie und geben auch anderen einen Anstoß, die Freude des Gebens und Nehmens zu erfahren.

Die Wertschätzung
So wie beim Akt des Gebens ist auch die Wertschätzung und Würde beim Annehmen ein wichtiger energetischer Bestandteil. Dabei würdigen wir die Wertschätzung, die uns zuteil wurde, indem der Gebende an uns denkt und uns mit seinem Geschenk eine Freude bereiten möchte. Wir kontemplieren die gute Tat, die Bemühungen, mögliche Verzichte und die guten Intentionen auf der Geberseite. Wir machen uns frei von persönlichen Erwartungen und Bewertungen über die Gabe. So bleiben wir ein würdiger Empfänger und erhalten uns durch die Wertschätzung des Gebenden und der Gabe die Wertschätzung unserer selbst. Ein gesundes Selbstwertgefühl kann sich realisieren.

Die Ehrlichkeit
Ehrlichkeit beim Annehmen beruht auf der akzeptierten Verantwortung, das Gegebene wirklich für das zu nutzen, wofür es gegeben wurde. Ist das nicht möglich, fragen wir uns als Annehmende in aller Ehrlichkeit gegenüber uns selbst, wie das Gegebene bestmöglich nach den Intentionen des Gebers verwendet werden kann. Dabei lösen wir uns von den Vorstellungen, ob wir es eines Tages vielleicht doch noch brauchen könnten. Das Weitergeben der Gabe und das Teilen mit anderen ist eine sehr noble Möglichkeit, Gutes für sich und andere zu tun. Wie beim Geben kann sich so die universelle Kraft der Ehrlichkeit zu uns selbst entfalten und unser Leben bereichern.


Wie wir sehen, hat "richtiges" Geben und Annehmen und die mentale Einstellung dabei eine tiefe Wirkung auf unseren energetischen Zustand und kann ungeahnte Kräfte bei uns freilegen. Nicht
allein das Geben und Annehmen als solches, sondern die Art und Weise, wie wir geben und wie wir annehmen, spielt dabei die Schlüsselrolle. Alles, was wir denken und tun, hat als erstes einen Einfluss auf uns selbst. Die Qualität des energetischen Ablaufs, den wir durch unser Handeln bei uns in Gang setzen, wird nach dem universellen Gesetz der Resonanz früher oder später in verschiedenen Formen auf uns zurückkommen.

Der energetische Austausch, der sich zwischen dem Gebenden und Nehmenden bei einer persönlichen Übergabe ergibt, bringt uns als Menschen näher zusammen. Er setzt unser intuitives menschliches Bedürfnis frei, Teil einer tragenden Gemeinschaft zu sein, in der wir uns geborgen und aufgehoben fühlen. Er berührt damit die Grundbedürfnisse unseres menschlichen Seins. In krassem Gegensatz dazu steht unser heutiger Lebensstil.

Im elektronischen Zeitalter werden Eigenschaften wie Anonymität und Unpersönlichkeit genährt, was uns immer weiter von den gemeinsamen Wurzeln unseres Seins entfernt und damit auch von unserer kollektiven Kraft als menschliche Einheit. Wie kann ein System, das den Wert eines Menschen mittels elektronischer Datenraster bemisst, die Individualität und die Einzigartigkeit eines Menschen gebührend erfassen? Der Mensch muss sich durch ein oberflächliches, anonymisiertes Format bewerten lassen, mit der Folge, dass er gezwungen ist, sich daran anzupassen.

Das macht unsicher und lässt am eigenen menschlichen Potenzial zweifeln. Unser gesundes Selbstwertgefühl wird geschwächt, und der Zugang zu unserer kollektiven menschlichen Kraftquelle verringert sich. Manipulationen von außen finden neuen Nährboden. Ein verantwortungsvoller und achtsamer Umgang mit elektronischen Medien ist daher von fundamentaler Bedeutung für unsere persönliche und kollektive Entwicklung.

"Richtiges" Geben und Annehmen hilft uns, als Volk und Menschheit wieder näher zusammenzurücken und unsere Kräfte zu bündeln. Der energetische Austausch, der dabei stattfindet, lässt uns Teil einer fürsorglichen und menschlichen Gemeinschaft werden, in der wir Geborgenheit erfahren können. Der Mensch steht im Mittelpunkt unseres Handelns. Dadurch öffnen wir den Zugang zu unserer gemeinsamen Kraftquelle. Wir setzten Energien frei, die nach dem universellen Gesetz der Resonanz auch im Kollektiv zu uns zurückfließen und damit unsere Gemeinschaft bereichern.

Pflegen wir das Ritual des Gebens und Nehmens in weiser Art, fördern wir unsere menschliche kollektive Kraftquelle. Sie kommt uns allen zugute und dient auch als wertvolles Vermächtnis für folgende Generationen.

Han Shan
 






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